Projekt „Die Teddy’s kommen“ droht zu scheitern

Liebe Sammler und Spender,

des Öfteren haben wir uns nun schon erklärt, was den Stand der Sachspendenaktion „Die Teddy’s kommen“ angeht, wir haben bereits eingeräumt, das wir organisatorisch das Thema unterschätzt haben.
Nun kommt leider ein weiterer Rückschlag auf uns alle zu, auf euch als Spender ebenso wie auf uns als Organisatoren, die euch die saubere Abwicklung der Spendenaktion schulden.

Der bereits eingeräumte Fehler in der Organisation war und ist, dass wir bei diesem ersten Container hinten angefangen haben, erst mal sammeln und dann organisieren. Im Zuge der Planung im Nachgang stellte sich zwangsläufig auch die Frage der Einfuhrgenehmigung der gebrauchten Güter nach Vietnam. Es ist – wenn man das Land kennt – nahezu unvorstellbar, dass es an diesem Punkt zu Schwierigkeiten kommen kann.

Fassen wir es kurz, aktuell entwickelt sich der Antrag auf Einfuhrgenehmigung der Spenden leider in die falsche Richtung, die offiziellen Stellen in der Regierung und der Administration scheinen es nicht wahrhaben zu wollen, das es Bedarf im Land gibt, man meint, es geht allen gut. Warum die Kinder nichts haben, warum wir das Blindenheim vor dem Einsturz bewahren mussten, warum Lothar Geld für die Schule von Huyen sammelte – Fragen dazu möchte man am liebsten nicht hören. Auch die Geschichte von Hon und die Aktion für ihre Dialyse möchte man am liebsten nicht gehört haben …

Wir haben im People Committee, dem Aussenministerium und anderen Staatsorganen vorgesprochen, haben gewartet, Terminverschiebungen hingenommen … bekommen haben wir mündliche Aussagen wie : “Wir melden uns.“ Schriftliche Aussagen zum Thema sind bis auf allgemeine Aussagen und Verweise auf die aktuelle Gesetzgebung keine gekommen und nach 20 und mehr Terminen werden auch langsam die Nerven dünner.

Augenscheinlich ist es wichtiger, den Status eines Boomlandes nah am Schlaraffenland aufrecht zu erhalten, als zu akzeptieren, dass Menschen die Hilfe brauchen, Hilfe von Menschen bekommen die helfen können und wollen. Das mag von einem gewissen Maß an Blindheit zeugen, vielleicht Unwissenheit oder auch Hochmut, weil man in den Villenvierteln Hanoi’s den Bezug zur realen Situation im Land leicht vergessen kann. Den Verantwortlichen vor Ort in Hai Duong, die ihre Stadt kennen und um die tatsächliche Situation wissen, die die Schwierigkeiten in der Provinz in der Tat kennen, ist vollkommen bewusst, dass die gesammelten Güter regelrecht benötigt werden, um die Ärmsten der Armen zu unterstützen. Aber sie wissen auch um die Grenzen ihrer Agitation, und möchten ihre Arbeit auch noch gaaanz lang behalten.

Von der VAVA Hanoi (VAVA Hauptverband), welche sich sehr bemüht hat, die Aktion zum Erfolg zu führen, erreichte und folgende Email :
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Dear Juregen Eichhorn ,
In response to your urgent email dated on 26 November 2013, first of all we have to say that we are very sorry for failing to accept the donation of second-hand clothes, toys which the victim of Agent Orange in general are so much in need. We know that this will deeply hurt the feeling of our kind donators. However, the current law of Vietnam (Circular No.93, October 22, 2009), precisely prohibits the import of the mentioned items.
VAVA has done its best so far to convince the concerned authorities such as PACCOM, Ministry of Finance, Ministry of Planning and Investments who have the power to give us a favor – that is to receive them as an exceptional case. But we couldn’t win.
Please convey many thanks to our donators and hope that this failure will not hurt their eagerness extended to our Agent Orange victims.
Best regards,
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Leider können auch sie nicht mehr erreichen und können uns nur wissen lassen, das es ihnen leid tut.

Noch besteht Hoffnung, diese liegt beim People Committee in Hai Duong. Die regionale VAVA und die Direktion des Blindenheimes haben eine Petition eingereicht, das Ergebnis dieser erwarten wir in Kürze.
Leider bleibt hier hinzuzufügen, sollte das ebenfalls scheitern, müssen wir das Scheitern des Projektes in Kauf nehmen, dann wir bekommen keine Einfuhrgenehmigung.

Das ist nicht nur ein Rückschlag für Stars Of Vietnam, sondern spiegelt auch die Perfidität die in manchem System liegt wieder, hochpolierte Images werden auf Gedeih und Verderb aufrechterhalten, den Preis zahlen die kleinen Menschen, die nämlich, die um ihr tägliches Überleben kämpfen müssen. Vermutlich würden sich die ideologischen Ideengeber schämen wenn sie wüssten was die Menschen aus ihren Ideen machen. Sie würden sich genauso schämen wie die Menschen die mit uns vor Ort zusammen hoffen, dass wir die Genehmigungen doch noch erhalten.

Ihr als Spender oder Sammler, Lageristen und Unterstützer der Teddy-Aktion habt eure Energie in den Transport, die Lagerung und Sammlung der Güter gesteckt, viel Freizeit und Geld in die Aktion gesteckt. Viele von euch wissen, was für tolle Sachen hier für Kinder gespendet worden sind, wieviel Freude und Wärme (gefühlte und technische Wärme) man mit diesen Sachen hätte spenden können.
Damit kommen wir wieder zurück auf die Eingangsaussagen, das wir es nicht erlaubt bekommen, die Spenden in Vietnam einzuführen kam in unserer Gedankenwelt beim Start nicht vor. Hier liegt der Fehler bei uns, die Organisation richtig herum hätte geholfen das sich jetzt abzeichnende „Versagen“ zu vermeiden. Vietnam ist ein Land mit Armut und unzähligen Krieggeschädigten, und wir werden auch weiterhin diesen Menschen helfen, mit oder ohne die Unterstützung „von oben“.

Sollten wir nun in Kürze doch endgültig mit unserem Projekt in Vietnam scheitern, würden wir die Spender gern fragen, wie wir mit den Spenden verfahren sollen, unsere Idee oder unser Wunsch wäre, die Spenden an ein gutes Projekt in einem anderen Land zu übergeben. Damit würden wir unseren ersten Fehlschlag nach einer langen Reihe kleinerer und größerer Erfolg und geretteter Leben verzeichnen, könnten aber trotz allem bedürftigen Menschen helfen.

Wir haben für das Projekt nun eine Deadline gesetzt, bis zum 2. Dezember soll die Aktion nun einen endgültigen Bescheid für Vietnam bekommen. Die Sachen werden vom Liegen im Winter nicht besser, und wenn wir uns ein neues Projekt für die Sachspenden suchen wollen, sollen die dann auch Spenden bekommen die in Ordnung sind und die dann vielleicht den hiesigen Entscheidern auch vorführen, wie Menschen sich im eigenen Land darüber gefreut hätten.

Ihr könnt Jürgen nun ins Kreuzfeuer nehmen, wir haben uns auf Kritik eingestellt, und können den unter Umständen bestehenden Unmut und die Enttäuschung verstehen, wie oben bereits erwähnt haben wir alle viel Energie in dieses Projekt gesteckt. Wer nichts macht, macht nichts verkehrt, wir wollten den Kindern und den Leuten die es brauchen helfen, es bleibt uns aber nur, unser Versagen bei diesem Projekt zu konstatieren.

Wir wissen nun aber auch, dass es auf unserer Facebook Seite und / oder in der Gruppe nicht nur mitlesende Unterstützer, sondern auch mitlesende Mißgönner gibt, die wir nicht kennen. Das äußerte sich bereits offen in dieser für die Aktion letztlich leider auch fatalen SMS-Aktion, und es ist davon auszugehen, dass weitere Aktionen der letzten Tage ihre Basis in diesem Bereich haben.

Wir möchten an dieser Stelle aber vorallem auch den Mitarbeitern der Organisation VAVA für ihren Einsatz und ihren Mut danken, sie haben sich mit den Lehrern und Direktoren des Blindenheimes und weiteren Befürwortern zusammen, ganz bewusst auf dünnes Eis begeben, um uns zu helfen.

In wenigen Stunden werden wir das „Ja“ oder „Nein“ auf dem Tisch haben, aber für unsere Kids muss es weitergehen. Sobald uns neue Info’s vorliegen, melden wir uns umgehend.

By | 2013-11-29T22:31:28+00:00 29. Nov 2013 @ 22:31 |Categories: Allgemein, Einzelprojekte|Tags: , , , , , , |2 Comments

2 Comments

  1. Barbara Lehmann 29. Nov 13 um 11:44 PM Uhr - Antworten

    Hallo Juergen,
    das muss ich erst einmal in Ruhe sacken lassen… und möchte keine Wertung die Behörden betreffend abgeben.
    Doch eins ist mir ganz wichtig:
    Ich stehe nach wie vor zu Dir, zu den anderen Mitstreitern und vor allem zur Hilfe für unsere Kinder.
    Sollte der erste Plan nicht gelingen, müssen wir nach anderen Möglichkeiten suchen.
    Ich werde mich jedenfalls nicht davon abbringen lassen!
    Wie heißt es so schön: „Versuch macht klug“ und „jetzt erst recht“!
    Meckerer wird es immer geben, doch sollen sie erst einmal zeigen, ob sie es besser können….
    Ich bin durch die harte Schule des Mobbing gegangen, mich kann so schnell nichts mehr erschüttern!
    Es gibt viel zu tun, also „Kopf hoch“ und machen, nicht quatschen.

  2. Dagmar Regenhardt 3. Dez 13 um 9:54 PM Uhr - Antworten

    Hallo Jürgen, auch ich werde Euch weiterhin unterstützen, warum auch nicht. Fehler gehören zum Leben dazu und die macht Jeder. Ich kenne keinen der bis jetzt ohne Fehler durchs Leben gelaufen ist, nur eingestehen tun es die wenigsten. Meine Kindersachen habe ich nun meiner Freundin geschickt, die sie für die ärmsten hier in Deutschland verwendet, ich selbst war dort und habe es gesehen. Dort ist nun absoluter Notstand für eine Mama die vor kurzem ihr Kind bekommen hat. Ich denke es ist in eurem Sinn. Mit Oliver hab ich darüber gesprochen. Mein Paket für Ha würde ich gerne jemand schicken wenn er oder sie mit dem Flugzeug in Eure Gegend kommt. Ihr werdet ein Projetkt finden hier oder im Ausland. Falls jemand hier in der Gegend Hilfe braucht beim Transport oder auch beim sortieren darf er sich gerne bei mir über Facebook melden, wenn ich Zeit habe gerne. Nun Ärmel hochkrempeln und weitermachen. Liebe Grüße Dagmar.

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